Kulinarisches

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Man kann hin fahren, wo man will, es gibt dort McDonalds, KFC, Burger King, Mars, Nuts, Snickers, Cola, Sprite & Co. Ist ja nichts Schlechtes, aber man fährt doch nicht in ferne, fremde Länder um dort sowas zu essen! Auf der ganzen Welt können die Menschen aus dem, was ihnen zur Verfügung steht, Leckeres machen! Champager, der doch meist sauer und bitter ist, aber durch sein Luxus-Image für jeden Preis verkauft werden kann ist nicht mein Ding. Fake-Kaviar gibt’s in Russland für EUR 1,00 pro Döschen, der ist natürlich nicht vom Stör.

Wir haben eine anerzogene Angst vor Nahrungsmitteln, die wir nicht kennen. Bei Kindern ist das besonders gut zu sehen. Ist die Nudelsosse nicht genauso, wie Mama sie macht, ist sie suspekt und wird nicht angerührt. Diese Angst ist bei Kindern sehr sinnvoll, bei Erwachsenen weniger. Man kann sie ins Gegenteil verkehren, man kann geradezu nach unbekannten Nahrungsmitteln suchen, und dabei die schönsten Überraschungen erlebt! Naja, speichelvergorenes Bier bleibt jetzt mal ausser Konkurrenz. Bei Surströming, dem skandinavischen Hering in der durch Faulgase ausgebeulten Dose ist allerdings Schluss, der ging bei mir überhaupt nicht. Die geöffnete Dose habe ich vergraben, aus Rücksicht auf den Mülleimer. Es gibt aber jede Menge Leute, die ihn gerne essen, vielleicht muss man ihn nur besonders zubereiten! Falls Ihr trotzdem mal Surströming probieren wollt: Öffnet die Dose unter Wasser, bis der Druck raus ist! Es spritzt sonst an die Decke und die Küche riecht bis zur nächsten Grundrenovierung intensiv nach Aas!

Irgendwo in einem Minirestaurant in Südrussland lag auf dem Tresen dies hier:

Russischer getrockneter, Räucherkäse


Ich bestell meinen Kaffee, und versuche herauszubekommen, was das ist, ob man das überhaupt essen kann. Können ja auch Reinigungspads für besonders verschmutzten Küchenboden sein. Der Wirt fuchtelt mit Händen und Füssen herum, deutet Hörner an seinem Kopf an und macht pantomische Melkbewegungen. Das Zeug ist hart bis zäh, weissgelblich, salzig, schmeckt eigentlich fleischig, sehr lecker! Man kann diese trockenen, zu einem dicken Zopf geflochtenen Fasern, einfach in die Tasche stecken, von Zeit zu Zeit eine oder mehrere Fasern herausziehen oder -brechen, und knabbern. Ob das nun Fleisch oder was anderes von der Kuh ist, klärt sich erst viel später. Es handelt sich um getrockneten Räucherkäse! Irgendwie kann man bei der Käseproduktion erreichen, dass der Käse diese Faserform annimmt. Die Fasern werden getrocknet, geräuchert und dann geflochten . Frischen Räucherkäse im Kühlregal sieht man häufiger, diese getrocknete Form sah ich nur einmal.

Frischen Faserkäse gibt’s auch in der Türkei, nicht getrocknet und nicht geräuchert. Auch sehr lecker!

Schöne Käsesorten gibt’s in der Türkei!

Etwa 4cm lange kleine gebratene Fischchen, gesehen in Antalya, sind auch lecker, dürfen bei uns möglicherweise nicht verkauft werden, weil sie natürlich nicht ausgenommen sind. Da ist sozusagen noch „all inclusive“, Eingeweide, Verdauungsrückstände. Schmecken trotzdem sehr gut und tot umgefallen ist da auch noch niemand von.

Kalte Crepes aus zerdrückten Beeren. Vermutlich werden Beeren der Jahreszeit hauchdünn ausgewalzt und in runde Fladen von ca. 30cm Durchmesser getrocknet. Ein bisschen sauer, aber gut transportabel, was zum Knabbern unterwegs, besser als Bonbons aus purem Zucker. Ist nicht gerade der Hit, kann man aber essen.

Kein Scheifpapier, sondern Beerenfladen!

Trockenfisch bei 35 Grad in der prallen Sonne am Schwarzen Meer ist eher eine kulinarische Mutprobe. Schmeckt gar nicht schlecht, kann auch so ungesund nicht sein, weil viele Leute den dort essen. Er ist nur sehr, sehr zähe, man braucht schon ein Wolfsgebiss um da was rausreissen zu können.

Trockenfisch, zäh wie Leder, aber nicht schlecht!
Fischhändler am Strassenrand. Der Begriff Kühlkette wird hier bis etwa +40 Grad ausgedehnt!

In der Türkei ist im August Haselnuss Erntezeit. Am Rand der Hauptstraße liegen hunderte Tonnen frischer Haselnüsse zum Austrocknen. Daneben sitzt meist der Besitzer und wartet auf Kundschaft. Wenn Regenwolken aufziehen, wird alles mit einer Plane abgedeckt, oder man wartet einfach auf die nächste Sonnenperiode.

Tonnenweise Haselnüsse, zum Trocknen am Strassenrand ausgebreitet
Knabberstange aus Nüssen, von einer gummiartigen Substanz, die man einfach mitessen kann, umgeben

Frischer, gekühlter Quas am Strassenrand. Quas wird durch Vergären von Brot oder auch Früchten gewonnen, hat mit 0,5 bis 1,5% etwa soviel Alkohol wie alkoholfreies Bier (!) und schmeckt – entgegen der ersten Vermutung – sehr gut. Kein Zuckerzusatz!

0,2l kosten € 0,13 – 0,33l €0,19 0,5l € 0,26, 1,5l €0,78

Überall in Süd- und Südosteuropa findet man Imker, die ihre Völker direkt am Strassenrand aufbauen und gleich vor Ort den Honig verkaufen. Der größte Imker mit fast 500 Völkern stand in Rumänien nahe einem Lindenwald.

Oft werden die Bienenstöcke auch auf LKW oder Anhänger gestapelt und je nach Blütenangebot von Ort zu Ort gefahren.

Islamisches Fest im georgischen Hochland. Im Freien wird dafür ein Schaf geschächtet und geschlachtet.

Als Biker nimmt man Düfte, Gerüche oder gar Gestank viel direkter wahr, als Autofahrer. Bulgarische Lavendel- oder Rosenfelder, frisch gemähtes Gras, Holzkraftwerke, wo sich der Duft frisch gesägten Holzes mit dem brenzligen Geruch aus der Verbrennung mischt. In Südländern gibt’s oft einen typischen leicht gammeligen Geruch aus kompostierenden Materialien. Manchmal riecht man sogar große, vor mehreren Tagen verendete Tiere in Strassennähe. Frisch geteerte Strassen riechen gar nicht so schlecht. Was wirklich extrem unangenehm stinkt, sind manche Dieselautos. Gar nicht unbedingt LKW, die Rauchschwaden ausstossen, sondern einige ganz normale Diesel PKW, die einen stechenden Geruch absondern, dem man nur durch viele hundert Meter Abstand oder durch Überholen entgehen kann.

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